Initiative Jugendzentrum e.V.

Was passiert ist

Nach über 25 Jahren in denen unser Verein das Jugendzentrum aufgebaut und mit-gestaltet hat, beschloss der Stadtjugendring Schwabach, den Förderverein raus-zuwerfen (Vielleicht hätte unser Verein damals (2005) die Trägerschaft nicht an sie abgeben sollen).

Wie es dazu kam

Kurz und knapp zusammengefasst: Die Ursache war wohl eine Mischung aus einer SJR-Geschäftsführung, die scheinbar wenig bis gar nichts von Offener Jugendarbeit versteht und persönlicher Missgunst gegen Personen, die dem Verein angehören oder ihn unterstützen.

Der SJR (Geschäftsführung und Vorstand!)pflegte einen sehr rabiaten und vollkommen unangebrachten, schlicht inakzeptablen Umgang mit uns ehrenamtlichen Mitarbeitern und verlangte von uns den selben Befehlsgehorsam wie von eigenen (hauptamtlichen und bezahlten) unterstellten Mitarbeitern.

Dies ist definitiv keine erfolgreiche Methode um Ehrenamtliche zu halten, bzw. Neue dauerhaft zu gewinnen. Partizipation heißt reale und wirksame Mitsprache. Die Interessen der Zielgruppe ernst zu nehmen und auch zu akzeptieren!

Im Elfenbeinturm des SJR, der sich in der Schwabacher Öffentlichkeit gerne als "Think Tank" darstellt, war man – wieso auch immer - nicht zufrieden mit den Zielen und Arbeitsweisen des Vereins und versuchte ihn in seiner Freiheit (und sogar vertraglich verbrieften Mitspracherechten) einzuschränken, indem eine Drohkulisse aufgebaut wurde. Nachdem sich der Verein von diesen bezahlten Mitarbeitern des SJR nicht so unter Druck setzen ließ, wie sich der SJR-Vorstand das wünschte, suchte man nach einer Gelegenheit den Verein loszuwerden und dabei gleich ein paar personelle Umstrukturierungen in der Einrichtung die einst als "Jugendzentrum bzw. Juze" bekannt war vorzunehmen.

Vom Juze zum Jugendtreff im Aurex

Während im Juze der Hauptfokus auf der Zielgruppe junger Menschen zwischen 12 und 27 lag, entschied sich der SJR für den selben Weg, den viele Einrichtungen der Offenen Jugendarbeit eingeschlagen haben.: Kinder und junge Jugendliche zu bespaßen! Das ist einfach, ihr Lächeln auf den Pressefotos ist Lohn genug für eine Einrichtung die vorgibt, "Jugendarbeit zu machen".

Was nicht so presse-wirksam und noch dazu anstrengend für das pädagogische Personal ist, sind „ältere“ Jugendliche, die selbst denken und entscheiden, womit sie ihre Freizeit verbringen möchten. Um diese Arbeit von den sowieso bereits überforderten Mitarbeitern der Einrichtung fernzuhalten, wollte man das Konzept des Hauses überarbeiten. Dieses neue Konzept diente als offizielle Grundlage, sich des Fördervereins zu entledigen.

Während man früher noch eine fruchtbare Kooperation pflegte, der Verein gemeinsam mit dem SJR die Sanierung des Gebäudes mit begleitete und neue Projekte entwickelte (Bildungsregion Schwabach / Roth), änderte sich mit dem Wechsel der Geschäftsführung (2015) schlagartig alles.

Nachdem es dem SJR nicht gelang, den Förderverein "auf Linie zu trimmen", entfernte man den letzten Mitarbeiter des städtischen Jugendamtes, um ab sofort die absolute Macht über die Einrichtung zu erlangen. Die eigenen hauptamtlichen Mitarbeiter waren großteils nicht willens und/oder fähig, dem etwas entgegen zu setzen und man hatte endlich einen Hebel der groß genug war, sich der unangenehm kritischen Jugendlichen zu entledigen.

Man könnte noch Seiten mit der Geschichte füllen, aber die Initiative Jugendzentrum e.V. (Ini) hat entschieden, die letzten verbleibenden Ressourcen lieber sinnvoll einzusetzen und mit verschiedenen Kooperationspartnern vereinzelte Projekte weiter am Leben zu erhalten. Wir danken an dieser Stelle allen Organisationen, die trotz der einseitigen und letztendlich haltlosen Kritik des SJR an der Ini weiterhin mit dieser zusammen arbeiten, um etwas sehr wertvolles und nützliches nicht sterben zu lassen: Eine Offene Jugendarbeit ohne Ausgrenzung.

Vorläufige Abschlussbemerkung

Zu guter Letzt muss man noch eines dazu sagen: Während es einige Akteure aus der Wirtschaft und sehr wenige aus der Politik gab, welche die Initiative Jugendzentrum e.V. auch dann unterstützten als es unangenehm wurde, bin ich persönlich von der Politik in Schwabach, sowie vom Stadtrat und anderen Personen des öffentlichen Lebens enttäuscht.

Man erwartete immer wieder, dass die ehrenamtlichen Mitarbeiter und Vorstände des Vereins sich melden, vorbeischauen und sich erklären, obwohl jemand der das Geschehen mit verfolgte genau wusste, was sich zugetragen hatte. In Schwabach gab es nicht genug politische Kraft und Willensstärke, einen Verein der sich für junge Menschen aber auch Bürger der Stadt einsetzte vor dem jähen Ende der Geschichte im alten Jugendzentrum zu bewahren. Das ist schade, aber ein deutliches Zeichen dass diese Verantwortlichen der Stadt Schwabach unser Engagement nicht wertschätzen und auch nicht möchten.

Auch wenn der SJR den Verein fast zerstört hätte - so leicht geben wir nicht auf und wir werden nicht unsere verbleibenden Mittel einfach wegwerfen und die jungen Menschen dieser Stadt im Stich lassen, die Euch ein Dorn im Auge sind. Unserer Meinung nach sind alle jungen Menschen aus Sicht der Offenen Jugendarbeit zu bedienen. Man kann nicht einfach Gruppen ausschließen, nur weil das gerade angenehm ist.

Wir wünschen der Stadt Schwabach und dem SJR möglichst bald genügend Ressourcen um auch die unangenehme und weniger presse-wirksame Arbeit weiterzuführen. Man sieht im Osten Deutschlands wohin es führen kann, sich nicht ausreichend um Menschen zu kümmern und ihre Bedürfnisse zu ignorieren. Außerdem möchten wir an die Politik und Personen der Öffentlichkeit appellieren: Schreit auf wenn ihr etwas seht dass ihr nicht in Ordnung findet und nutzt eure Stimme für die, welche nicht genügend Gehör finden weil eine starke Lobby mit bezahltem Personal lauter schreien kann. Es war genau solch ein Mangel an Mut und Widerstand, der etwas wie das Dritte Reich erst möglich gemacht hat. Es lebe die Demokratie!

Für die Initiative Jugendzentrum e.V.

B.A. Soziale Arbeit, Thor Weinreich (Vorstandsvorsitzender)

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